Vor drei Tagen eröffnete Apple im kalifornischen Cupertino seine jährliche Worldwide Developers Conference (WWDC 2025) und stellte eine Reihe neuer Designs und Funktionen für iPhone, iPad, Apple Watch, MacBook, Apple Vision und Apple TV vor, darunter eine bahnbrechende Designsprache namens Liquid Glass. Bemerkenswert war jedoch, dass es kein nennenswertes Update für Siri gab. Während Apple neue szenariobasierte Funktionen von Apple Intelligence einführte, wurden grundlegende Siri-Verbesserungen auf das nächste Jahr verschoben. (Die Highlights der WWDC können Sie im Livestream auf YouTube ansehen oder die offizielle Veranstaltungsseite von Apple besuchen.)
I. Liquid Glass: Apples größtes UI-Redesign seit iOS 7
Der Star der WWDC war zweifellos Liquid Glass, Apples völlig neue, von visionOS inspirierte Designsprache. Sie soll das Erscheinungsbild von iOS, iPadOS, watchOS, macOS und tvOS neu definieren und markiert Apples bedeutendste visuelle Neugestaltung seit der Flat-Design-Revolution von iOS 7 im Jahr 2013.
Wie der Name bereits andeutet, verbindet Liquid Glass fließende, interaktive Bewegungen mit einer glasartigen Transparenz und Tiefenwirkung. Diese dynamische, mehrschichtige Benutzeroberfläche, die einst exklusiv für visionOS entwickelt wurde, erstreckt sich nun über Apples gesamtes Ökosystem. Halbtransparente App-Symbole brechen dynamisch die Farben Ihres Hintergrundbilds, während dezente Kantenbeleuchtung eindrucksvolle 3D-Effekte erzeugt. Dies ist eine deutliche Abkehr vom Flat Design und signalisiert Apples Kurs hin zu immersiven, räumlich orientierten Benutzeroberflächen.
Einige Kritiker meinen, die Ästhetik erinnere an Windows Vista oder frühe Jailbreak-iPhone-Themes, doch Apples Umsetzung hebt sie über frühere Experimente hinaus. Überlegen Sie es sich jedoch zweimal, bevor Sie die Entwickler-Beta installieren – dies könnte Apples fehleranfälligste und umstrittenste Beta-Version aller Zeiten sein.

(Bildquelle: Apple)
Neben den erwartbaren Fehlern einer Beta (Benachrichtigungschaos, hoher Akkuverbrauch, fehlgeschlagene App-Updates) sind Kontrast und Lesbarkeit der Benutzeroberfläche ein Desaster. Nutzer berichten, dass helle Hintergrundbilder den Text von Benachrichtigungen nahezu unleserlich machen, während das Entfernen der Gaußschen Unschärfe aus dem Kontrollzentrum die Schnelleinstellungen in ein Durcheinander überlappender Symbole verwandelt. Zwar gibt es vorübergehende Lösungen (über „Einstellungen“ > „Bedienungshilfen“), doch die insgesamt schlechtere Lesbarkeit ist für ein Unternehmen, das für seine Barrierefreiheitsstandards bekannt ist, erschreckend.
Dennoch handelt es sich erst um die Entwickler-Beta 1. Apple hat noch Zeit, Liquid Glass zu seiner endgültigen, ausgereiften Form zu verfeinern. Trotz seiner Schwächen ist die Designrichtung aufregend – ein lebendiger, räumlicher Sprung über den flachen Minimalismus hinaus. Erwähnenswert ist auch: Wenn Ihnen die Ästhetik von Liquid Glass gefällt, können Sie Ihr Smartphone mit einer kabellosen Ladestation kombinieren, die ein ähnlich elegantes Design bietet. Die Modelle SwanScout 708A und SwanScout 708M verfügen über geschwungene Uhrendesigns mit einer glasähnlichen reflektierenden Beschichtung. So fügen sie sich optisch harmonisch in Ihr iPhone ein und ermöglichen gleichzeitig effizientes kabelloses Laden von drei Geräten.
II. Neue Software, Umbenennungen und verbesserte Produktivität
Während die Debatte über Liquid Glass anhält, haben Apples praktische App-Updates und die vereinfachte Benennung der Betriebssysteme breite Zustimmung erhalten.
1. Einfachere Umbenennung, klarere Zeitlinie
Apple hat die Namen seiner Betriebssystemversionen endlich nach dem Einführungsjahr vereinheitlicht und die bisherigen Bezeichnungen iOS 19, watchOS 12, macOS 16 und weitere durch iOS 26, iPadOS 26, tvOS 26, watchOS 26 und macOS 26 Tahoe ersetzt. Dieser logische Schritt (von Nutzern seit Langem gefordert und bereits 2020 von Samsung in ähnlicher Form umgesetzt) macht die Veröffentlichungszeiträume sofort verständlicher.
2. Herausragende App-Updates
Apple Games: Ein neuer Hub bündelt alle Spiele und bietet Neuigkeiten, Aktivitäten von Freunden und gemeinsame Herausforderungen. Dabei nutzt er das Game-Center-Ökosystem für ein umfassenderes soziales Spielerlebnis.
Apple Music: Jetzt mit Übersetzungen von Liedtexten und Aussprachehilfen, die Sprachbarrieren für Musikliebhaber abbauen.
Karten/Wallet/Safari: Schrittweise, aber sinnvolle Verbesserungen (zum Beispiel aktualisierte Bordkarten in Wallet).
3. iPadOS 26: Ein Produktivitätssprung
Das überarbeitete Multitasking ist sicherlich das wichtigste Merkmal der iPad-Verbesserungen. Die flexible Fensterverwaltung von iPadOS 26 schließt endlich die seit Langem bestehende Lücke beim „Pro-Workflow“ des Tablets und beweist, dass Verfeinerung – nicht nur Innovation – echten Mehrwert schaffen kann.

Kritiker tun Apples schrittweise Weiterentwicklung oft als unzureichend ab, doch diese Updates schärfen – obwohl sie nicht revolutionär sind – die Benutzererfahrung dort, wo es darauf ankommt. Manchmal ist „besser“ wichtiger als „brandneu“.
III. Apple Intelligence und die abwesende Siri
Viele erinnern sich vielleicht an die spannenden KI-Funktionen, die Apple auf der WWDC 2024 versprochen hat – appübergreifende Intelligenz, kontextbezogenes Gedächtnis und eine tiefere Integration. Leider sind diese weiterhin weit von der Realität entfernt. Craig Federighi, Apples Senior Vice President of Software Engineering, erklärte, dass die grundlegende Verbesserung von Siri nach sorgfältiger Prüfung verschoben wurde, da sie noch nicht den Qualitätsstandards entsprach.
Diese Verschiebung ist zweifellos enttäuschend. Apple verfolgt bei KI seit Langem eine vorsichtige Haltung. Michael Muchmore von PC Mag stellte unverblümt fest, dass das Unternehmen „Jahre hinter Google und Microsoft zurückliegt.“ Tatsächlich zeigen Konkurrenten wie Googles Gemini und Microsofts Copilot bahnbrechende Fortschritte im Bereich KI, während Siri kaum Schritt hält. Die veraltete Architektur hat Schwierigkeiten mit modernen Large Language Models und greift für Antworten häufig auf ChatGPT zurück. Aufgrund von Datenschutzbeschränkungen bleibt außerdem auch die Rechenleistung begrenzt.
Die Stimmung unter Anlegern und Verbrauchern hat darunter gelitten. Am ersten Tag der WWDC fiel Apples Aktie um 1,5 % und schloss 1,24 % niedriger. Siri, einst eine wegweisende Sprachassistenz, wirkt heute wie ein Relikt – während die Konkurrenz voranschreitet, fällt Apple zurück. Manche mögen argumentieren, dass auffällige KI-Funktionen den Alltag nicht grundlegend verbessern. Doch als Innovator muss Apple im nächsten Jahr eine überzeugende Überarbeitung von Siri liefern.
Dennoch stagniert Apple Intelligence nicht vollständig. watchOS 26 führt Workout Buddy ein, einen KI-Coach, der Fitnessdaten analysiert und in Echtzeit motivierendes Sprachfeedback gibt. Weitere Anpassungen, etwa Verbesserungen der bildschirmintegrierten Intelligenz, machen die Geräte etwas intelligenter – insgesamt muss Apple jedoch noch deutlich mehr beweisen.
Die WWDC ist noch im Gange, und die Diskussionen über neue Funktionen und Designs gehen weiter. Auch wenn es einige Schwächen gibt, hat Apple in bestimmten Bereichen mutige Schritte unternommen. Veränderungen brauchen Zeit, um sich daran zu gewöhnen – und denken Sie daran: Dies ist nur eine Entwickler-Beta, nicht das fertige Produkt. Geben wir Apple etwas Zeit, die Dinge zu verfeinern. Die entscheidende Frage lautet: Was wird die endgültige OS-26-Reihe bieten? Wir werden es bald genug erfahren.
